Konzertreise nach Estland [1] [2] [PDF]
Chor und Orchester traten mit Brahms-Requiem in Tallinn und Tartu auf
Von Elmar Kilz
Vom 2. bis zum 11. August 2002 fuhren über 140 Mitglieder, Angehörige und Freunde der Berliner Kantorei und des Schöneberger Kammerorchesters an der Grunewaldgemeinde per Bus und Schiff nach Estland. Wir hatten vorsichtshalber für alles vorgesorgt: neben allen Instrumenten (incl. Kontrabässen, Pauken und Harfe) wurden auch Stromkabel, Scheinwerfer, Chorpodeste und Tausende Werbezettel mitgeschleppt. Speziell an den Zollstellen in Rostock und Tallinn stellten die großen Podeste logistische Herausforderungen dar, da die engen und verwinkelten Gänge nicht für so großes Gerät und die Zöllner nicht auf Dutzende hin und her rennende Grenzgänger eingerichtet waren. Nach Meisterung dieser Engpässe wurden wir mit Bussen in das Hotel am südwestlichen Stadtrand von Tallinn gefahren, wo wir im 7. bis 9. Stockwerk untergebracht waren, was für die beiden Drei-Personen-Aufzüge eindeutig eine Überlastung darstellte, so dass zu den täglichen sängerischen Übungen auch das mehrmalige Treppensteigen erfolgreich geübt werden konnte.
Unterbringung und touristische Betreuung durch örtliche Reiseleitung, Ausflüge und Konzertan- und -abreise waren gut organisiert, die Verpflegung incl. Lunchpaketen war schmackhaft und gut organisiert so viele Menschen innerhalb einer Stunde abzufüttern ist schon eine Herausforderung, die täglich hervorragend gemeistert wurde.
Neben den täglichen Proben in überhitzten und engen Konferenzsälen, die zu Probenräumen umfunktioniert wurden, standen Ausflüge nach Tallinn in die Altstadt, in die Universitätsstadt Tartu, den Ferienort Haapsalu an der Westküste und in den Nationalpark Laheemaa an der Nordküste auf dem Programm. Dabei wurden fleißig Werbezettel verteilt, bis die ganzen Straßen gespickt mit gelben Zetteln waren.
Estland ist ein kleines Land mit 1,4 Mio. Einwohnern, davon nur 800.000 Esten, die ihre Freiheit lieben und völlig gewaltlos vor allem durch Pflegen ihrer sängerischen Traditionen der Volks- und Nationallieder auch während der russischen Zeit ihr nationales Selbstbewusstsein bewahrt haben.
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