Sie sind hier: Startseite > Berliner Kantorei > Reisen > Toskana, 2000 (1)

Messa in si minore [1] [2] [3] [PDF]

Berliner Kantorei und Schöneberger Kammerorchester auf Konzertreise in die Toskana

Von Birgit Zellner

Am 27.10.00 war es denn endlich soweit. Die lang geplante und heiß erwartete Reise in die Toskana konnte beginnen. 137 Musiker machten sich auf den Weg nach Cecina Mare, mit Bus, Zug, Auto, Flugzeug und Motorrad.

Am schnellsten waren einige Autofahrer, aber eigentlich hatten diese gemogelt, sie waren schon ein paar Tage früher gefahren, um die italienische Luft etwas ausgiebiger zu schnuppern. Die Zugfahrer waren bereits am frühen Nachmittag des 28.10.00 da und konnten sich schon mal ihre Zimmer sichern. Die Flieger kamen recht unterschiedlich, so auch die restlichen Auto- und Motorradfahrer. Der Nachtbus, Abfahrt Grunewaldkirche 21.45 Uhr, kam gut durch. Mit einem Fahrerwechsel bei Ulm und regelmäßigen Pausen trafen wir gegen 18.00 Uhr in Cecina ein. Die längste und anstrengendste Tour hatte sicher der große Doppeldeckerbus mit Anhänger für Gepäck und Instrumente, Abfahrt Grunewaldkirche 14.00 Uhr. Mit einer Geschwindigkeitsgrenze von Tempo 80 km/h rasselte er direkt in den schönsten Ferienstau und kam erst gegen 1.30 Uhr nachts am Übernachtungsquartier am Bodensee an. Dort ging es am Samstag um 11.00 Uhr wieder los. Jedoch sollte es auch an diesem Tag nicht schneller gehen, Ankunft in Cecina erst um 21.00 Uhr.

Die Hotel-Residence La Buca del Gatto ("Das Loch der Katze", es gab viele zutrauliche Kätzchen) meisterte souverän die Zimmerverteilung. Da konnte man zufrieden sein, teilweise bewohnten wir die schönen Maisonette-Wohnungen nur zu zweit, täglicher Handtuchwechsel und Bettenmachen inklusive. Jede Wohnung / jedes Zimmer mit Balkon oder kleiner Terrasse. Zum Sonnen ideal, und die Sonne meinte es oft sehr gut mit uns (geregnet hat es aber übrigens auch hin und wieder ziemlich heftig!).

Nur fünf Minuten entfernt ein Pinienwald, ideal für unsere morgendlichen Jogger. Direkt anschließend das Meer, das auch so einige früh aus den Federn lockte. Nach einem erfrischenden Bad und einer heißen Dusche frühstückt es sich doch gleich noch mal so gut. Man tat nur gut daran, rechtzeitig beim Frühstück zu erscheinen, sonst konnte es durchaus passieren, dass die leckeren warmen Croissants aufgefuttert waren.

Da wir Halbpension gebucht hatten, wurden wir einmal am Tag abwechselnd zu Mittag oder zum Abend mit italienischer Küche verwöhnt. Vorab Pasta, jeden Tag anders, jeden Tag superlecker. Danach für die Vegetarier leider meist kalt, viel Käse und Gemüse. Für die Nichtvegetarier gab es jeden Tag Fleisch, mal Huhn, mal Schwein und auch nicht immer jedermanns Sache (aber allen kann man es nie recht machen). Dazu mal mehr, mal weniger Gemüse oder Salat und zum Nachtisch immer leckere obersüße Puddings in verschiedenen Variationen. Die Getränke mussten direkt am Tisch extra bezahlt werden, also nicht “all inclusive”. Trotzdem immer dabei Aqua Minerale con Gas bzw. gerne Vino Rosso und hinterher zur Verdauung einen Capuccino oder Latte Macchiato . Die ganze Mahlzeit war schon fast so etwas wie eine Zeremonie und zog sich meistens so 1-1 ½ Stunden hin, wodurch wir schon ab und zu mit unseren Ausflugs- und Probenzeiten in Bedrängnis kamen.

Unser Ausflugsprogramm beinhaltete die schönsten und interessantesten Städte in der näheren Umgebung bis zu 130 km Entfernung. Jeden Tag waren wir mit den Bussen unterwegs, außer Mittwoch, da legten die Busse nebst Fahrern einen gesetzlich vorgeschriebenen Ruhetag ein.

Lucca, Pisa, Florenz, Volterra, San Gimignano, Siena.

Eigentlich ein Dreiwochenprogramm in einer Woche zusammengerafft.


Zuletzt geändert am 20.09.2005 um 13:06:28